Aus dem Alltag eines Unternehmers – knall hart!


Kammerspartakus ist auf http://www.rp-online.de auf einen sehr interessanten Tatsachenbericht aufmerksam geworden, von dem wohl so mancher Selbständige ein Liedchen zu singen weiss. Ein ehemaliger Unternehmer schildert seinen täglichen Überlebenskampf auf treffliche Art und Weise, die uns wohl allen nicht unbekannt sein dürfte.

Den Betroffenen angeschrieben und gebeten seinen Bericht auf Kammerspartakus unverändert veröffentlichen zu dürfen, wurde freundlicher Weise statt gegeben. Hierfür bedankt sich Kammerspartakus recht herzlich im Namen aller Leser.

Hier der Wortlaut:

Im Hamsterrad bekommt man am wenigsten mit, wann und wie die Situation umkippt; plötzlich gerät man ins Schwimmen, obwohl man nicht untätig ist…

Offene RechnungenEigentlich ist e ja eine einfache Sache: bloß nicht den Überblick verlieren! Und wenn man die möglichen offenen Posten kennt, dann sollte eine strategische Planung der Ausgaben und Einnahmen selbstverständlich sein.Vier Wochen, nachdem ich mein Investitionsgrab Laden endlich los war erwischte mich ein Hörsturz: 10 Tage Krankenhaus.Infarkt im Ohr nannten die Ärzte es; Warnsignal, hieß es; zurück stecken, sagte man. Das sind lustige Ratschläge, wenn man selbständig ist. Ich hatte meinen Olivenhandel zwar immer so organisiert, dass er auch laufen konnte, wenn ich mal ausfallen sollte, und so hatte ich in dieser Situation keine zu großen Verluste, aber ich fühlte mich angezählt.Dann kam die Verlegung wegen der Weihnachtsmärkte. Das Vorhaben, mir mittels Fernstudiums den mir moralisch fehlenden Abschluss in VWL nachzuholen verschob ich. Die Umsätze gingen bitter zurück. Ich fing an Rechnungen schieben zu müssen um wenigstens die 2000 monatlicher Tilgung an die Bank leisten zu können.

Das war ein erster strategischer Fehler.

Ich hatte mich bemüht, Nebenerwerbsquellen zu finden: vergeblich.

Also rannte ich jedem Pfennig hinterher, ließ mich in Panik versetzen und begann meinen zweiten heftigen Fehler: ich verdrängte die Briefe.
Unangenehme Post hat die Eigenschaft, zum Wochenende hin einzutrudeln. Während ihre Verfasser gemütliche Sams- und Sonntage begehen konnten, schmorte der Empfänger im siedenden Öl der schlechten Nachrichten, verurteilt dazu, erst am Montag darauf reagieren zu können.

So die Selbstwahrnehmung.

Kein Talent dafür, das Wochenende dazu zu nutzen, sich in Ruhe über die Botschaften der Binnenbriefe ( wenn Sie nicht binnen zwei Wochen … ) nachzudenken, damit man dann zum Wochenbeginn ohne destruktive Emotionen an die Sache gehen kann.

Statt dessen die tückischste Falle, in die zu geraten ist: die Opferrolle.

Man hält sich für so schlau und gewitzt, den Briefkasten erst am Montag zu öffnen. Eine Verschiebung, fast wie in der Psychoanalyse. Und auch das lässt sich noch steigern. Fehler Nummer vier (nach der drei, der Opferrolle): Briefe, deren Unveränderlichkeit offensichtlich ist, gar nicht erst zu öffnen.

Ein sehr langer Winter, sehr, sehr lang…

Und dann kam das Frühjahr, die zahlen stiegen wieder, ich konnte zurückzahlen, baute meinen Zwischenhandel wieder aus, machte ohnehin immer mehr selber, dass ich kaum noch auf Fremdpersonal angewiesen war, konnte die Rechnungen wieder bezahlen, abstottern, und vergaß, was ich falsch gemacht hatte; war ja noch mal mit einem blauen Auge davon gekommen.

Aber ich hätte mir eine Auflistung machen sollen: wenn man nur liest Versicherung (KFZ, Haftpflicht, KV, UV), Strom (Betrieb, Markt),Steuern (Lohn, Umsatz, KFZ, Vorauszahlung), Miete (Betrieb, Markt), Tilgung, Zinsen, Handwerker, Berufsgenossenschaft, Steuerberater, IHK, GEZ, Lieferanten, Bußgelder und Löhne, dann weiß man an fünfter Stelle nicht mehr, womit man angefangen hat.

Alles
hübsch
untereinander
(das weiß ich heute)
schafft
eine
Übersicht,

die hilft, Prioritäten zu setzen. Dann zahlt man den Strom nicht erst dann, wenn die Herrschaften zum Abklemmen vor der Tür stehen.

Aber für den, der sich in einer solchen Situation befindet sind das weltfremde Gedanken. Man stopft Löcher mit Löchern. Der Umsatz der guten Jahreszeit kehrt sich bei jeder Verlegung in einen Umkehrschub. Dann wird schon mal die KFZ-Versicherung geschoben, gekündigt, weil das andere Unternehmen erst nach vier Wochen seine erste Rechnung schickt, irgendwann bei der Bank bald nur noch die Zinsen bedient und nicht mehr getilgt, die Geduld eines Lieferanten ausgenutzt, einem Handwerker unsachgemäße Arbeit unterstellt: ein hässlicher Teufelskreis.

Der Irrsinn wäre ja änderbar gewesen, wenn unter dem Strich nicht plusminusnull gewesen wäre; die Scheuklappen standen auf den Stolz gerichtet, sich nicht unterkriegen zu lassen.

Es wäre unsinnig, an dieser Stelle aufzuzählen, was ich hätte stattdessen tun sollen: nicht, weil man hinterher immer schlauer ist, sondern weil das vom Grundproblem ablenkt. Ich war schließlich nicht untätig. Aber jeder kleine Erfolg lenkt davon ab, dass es nicht genug ist. Es ist kein Sinn dafür da, sich seine Situation mal von Außen zu betrachten, gewissermaßen mit fremden Augen.

Miete
Strom
Steuern(KFZ)
Steuern(Umsatz)
Steuern(Lohn/Einkommen)
Krankenkasse
Handwerker
Lieferanten
Löhne
Steuerberater
Versicherung(Haftpflicht/KFZ)
Bußgelder

Irgendwann kommen dann diese Briefe in ihren gelben Umschlägen: gerichtliche Mahnbescheide. Wenn man bis hier die Kurve nicht bekommen hat, dann ist es tatsächlich zu spät. Wer weiß auch schon, dass das Ignorieren eines solchen Schreibens einen Haftbefehl zur Folge haben kann.
Es gibt eine Menge zu wissen, bevor man sich auf das Abenteuer der Selbständigkeit einlässt, und nach allem kann ich nur feststellen: bevor man anfängt sollte man seinen Rettungsfallschirm schon im Schrank haben: wenn erst so spät ist wie beschrieben, dann braucht man so kompetente Hilfe, dass sie bezahlt werden muss; müsste: aber dafür fehlt es ja Hinten und Vorne.

Stattdessen gerät man an Windhunde, die einem vorgaukeln, man könne sich mit raffinierten Tricks aus der Affäre ziehen: die Liste solcher zwielichtigen Tipps ist lang. Manche können sogar sehr hilfreich sein, aber ihr Wert kehrt sich gegen einen, wenn man sich von ihnen abhängig macht. Denn tatsächlich begibt man sich bald auf eine Flucht, die zu einer echten Paranoia werden kann: denn statt endlich für seine Verantwortung ein zustehen steigert man sich nur noch tiefer in seine Opferrolle.

Irgendwie bin ich um diese Klippen herum gekommen, aber ich muss bekennen, es war verdammt verführerisch, es mir so schön seicht einfach zu machen.

Es hatte nur so gar keine Perspektive.

Anmerkung von Kammerspartakus:  Lesen Sie auch hier!
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LügenBetrügenTäuschen – Vertuschen

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Logo Handwerkskammer

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Handwerkskammerpräsidenten: 40.000 EURO extra als “Aufwandsentschädigung” für´s Ehrenamt kassiert  v. 08.12.2012

Niedersachsen: Handwerkskammerpräsident rechnet 7,5 Stunden Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an Beerdigung eigener Sekretärin ab…   v. 12.05.2013

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Die HandwerksKammern in BRD sind weder reformfähig, noch reformwillig. Daher gibt es nur eine Konsequenz: Abschaffung dieser dubiosen Organisationen. Die „verknöcherten“ Köpfe“ fachgerecht „entsorgt“. Wer eine handwerksähnliche Organisation wünscht, bitte auf Freiwilligkeit und nicht auf Kosten von Zwangsmitgliedschaften und auf Kosten der Steuerzahler. Die Selbstverwaltung in BRD hat versagt!

Umgehende Forderung bis dahin:

Absolute Transparenz der Kammern, Offenlegung sämtlicher Gehälter, Rückführung der Kammeraufgaben auf die vom Gesetzgeber übertragenden Aufgaben – also keine Selbsbeweihräucherungsveranstaltungen, Gartenfeste mit lukullischer Bewirtung, etc. mehr – was zur Kostenreduzierung und Beitragsbefreiung führt, die Innungen selbst entscheiden lassen, ob sie sich weiter dem Joch der Handwerkskammern unterziehen wollen, denn in den Innungen wird die tatsächliche Ausbildungsarbeit geleitet, etc ….  Ohne Steuermittelunterstützung und ohne Zwangsmitgliedschaft.

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