Handwerkskammer OWL erhöht die Beiträge


Während bei den Industrie- und Handelskammern „in diesem, unserem Lande“ teilweise eine gewisse „Besinnung“ einkehrt, was die Zwangsbeiträge betrifft – woran unstrittig der stetige „Druck“ des Bundesverband für freie Kammern nicht unmaßgeblich beigetragen hat, läßt dies die Handwerkskammern, ebenfalls in „diesem unserem Lande“ leider immer noch unbeeindruckt.

Während die Industrie- und Handelskammern mindestens darum bemüht sind die Beiträge stabil zu halten – ein Anheben der Beiträge im IHK-Bezirk Schwerin gilt als „Katastrophe“ -, in immerhin 15 IHK-Bezirken in 2010 die Beiträge sogar sinken, sieht die Realtität in der Welt der Handwerkskammern völlig anders aus.

Aus immer mehr HWK-Bezirken kommen Nachrichten von teils drastischen Beitragserhöhungen. Selbstverständlich gibt es hierzu keine von den Organen der Handwerker, z.B. dem ZDH, erstellte bundesweite Übersicht. Die Handwerkskammern sind gegenüber den IHKn halt eine real andere „Liga“.

Während sich der Zusatzbeitrag, den die Kammern  aus dem Gewinn ermitteln, der wiederum ohne Einwilligung und Einfluss des Zwangsmitglieds vom Finanzamt an die Zwangskammer übermittelt wird, bei den IHKn im 0,x bis 0,0x-Bereich beläuft, so bedient sich beispielsweise die Handwerkskammer Hannover gleich mit satten 0,95% vom Gewerbeertrag des Zwangsmitglieds.

Die Handwerkskammer Ostwestfalen „rechtfertigt die 9-Prozentige Zwangsbeitragserhöhung in einem Pressebericht v. 08.12.2010 mit Investitionen in die technische Ausstattung der Ausbildungsstätten und die sogenannte Immage-Kampagne, die die Zwangsmitglieder satte 50 Millionen Euro kostet.

50 Millionen EURO Zwangsmitglieder, mit denen unter anderem der „Star“-Regisseur und Oscar-Preisträger Peter Thwait finanziert wurde

Kammerspartakus berichtete bereits darüber:

Handwerkskammer auf den Spuren von Hollywood – 15.11.2009

Und/oder

Werbefilm des ZDH – eine Realsatire? – 23.01.2010

Nun müssen die „Mitglieder dafür „bluten“, ohne jemals darüber befragt geworden zu sein. Wie es bei allen Kammern so üblich ist, wurde auch hier über die Köpfe der Mitglieder entschieden. Nur damit die Kammerfürsten in der Öffentlichkeit glänzen können. Die Öffentlichkeit jedoch, interessiert sich kaum für dieses immer noch mittelalterliche Institution, deren alte Zöpfe längst abgeschnitten gehören.

Das Ganze ist ein Paradebeispiel an Arroganz, Überheblichkeit und Selbstbeweihräucherung. Letzteres dürfte an Peinlichkeit kaum zu überbieten sein.

Insgesamt liegt das Volumen des Kammerhaushalts mit 17,3 Millionen Euro sogar unter dem Niveau von 2010 (19,1 Millionen Euro). Borgert begründete dies mit einmaligen Ausgaben für den 2010 erfolgten Grundstückskauf für das beim Bielefelder Hauptbahnhof geplante neue Kammergebäude und Schulzentrum. Die Einnahmen aus Lehrgangsgebühren werden mit »relativ konstanten« 5,95 Millionen Euro angegeben.   …   59 Prozent der Ausgaben entfallen auf Personalkosten.

Über Zuschüsse, die die Kammern aus dem Steuersäckel kassieren wird nichts berichtet.

Aber da die Kammern auch über Steuern finanziert werden – in der Kammersprache nennt man  „Zuwendungen“ –  finanziert der Steuerzahler auch zumindest indirekt die fürstlichen Kammer-Geschäftsführergehälter. Aber auch der Präsident, der ja laut Satzung „ehrenamtlich“ tätig ist, scheint da gut bedient.

Die Handwerkskammer Trier beschloss sogar eine 60-%ige Beitragserhöhung. Und dies auch noch mit Absegnung des Verwaltungsgerichts. Eine Tatsache, die doch nicht nur in jedem redlichem Handwerker hoch kochen sollte.

Es ist anzunehmen, dass auch auf andere Handwerkskammer-Bezirke demnächst eine saftige Beitragserhöhung ins Haus ansteht. Und niemand dürfte dagegen gefeit sein:

Friseurin ist trotz Arbeit arm

Eismann klagt gegen Beitrag

Die Zwangsmitglieder der Handwerkskammer Cottbus haben zwar nicht den Kammerzwang gekippt. Doch es zeigt, dass es auch noch Menschen in „diesem, unserem Land“ gibt, die gegen ein Unrechtsystem aufbegehren.

Dem sollten sich alle Zwangsmitglieder einmal ein Beispiel nehmen, um diesen unsinnigen, Kosten verursachenden und nur für die Kammerfürsten vorteilhaften Spuk ein Ende zu bereiten.

Zumal sich die Kammern – Beispiele sind auf diesem Blog nachzulesen – nicht einmal um ihre eigenen Gesetze ( IHK-Gesetz/ Handwerksordnung ) scheren und sich nur darauf berufen um ihre Zwangsmitglieder zu drangsalieren.

Daher:

LügenBetrügenTäuschen – Vertuschen

.

Logo Handwerkskammer

.

Handwerkskammerpräsidenten: 40.000 EURO extra als “Aufwandsentschädigung” für´s Ehrenamt kassiert  v. 08.12.2012

Niedersachsen: Handwerkskammerpräsident rechnet 7,5 Stunden Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an Beerdigung eigener Sekretärin ab…   v. 12.05.2013

.

Die HandwerksKammern in BRD sind weder reformfähig, noch reformwillig. Daher gibt es nur eine Konsequenz: Abschaffung dieser dubiosen Organisationen. Die „verknöcherten“ Köpfe“ fachgerecht „entsorgt“. Wer eine handwerksähnliche Organisation wünscht, bitte auf Freiwilligkeit und nicht auf Kosten von Zwangsmitgliedschaften und auf Kosten der Steuerzahler. Die Selbstverwaltung in BRD hat versagt!

Umgehende Forderung bis dahin:

Absolute Transparenz der Kammern, Offenlegung sämtlicher Gehälter, Rückführung der Kammeraufgaben auf die vom Gesetzgeber übertragenden Aufgaben – also keine Selbsbeweihräucherungsveranstaltungen, Gartenfeste mit lukullischer Bewirtung, etc. mehr – was zur Kostenreduzierung und Beitragsbefreiung führt, die Innungen selbst entscheiden lassen, ob sie sich weiter dem Joch der Handwerkskammern unterziehen wollen, denn in den Innungen wird die tatsächliche Ausbildungsarbeit geleitet, etc ….  Ohne Steuermittelunterstützung und ohne Zwangsmitgliedschaft.

.


		
Advertisements
Comments
One Response to “Handwerkskammer OWL erhöht die Beiträge”
  1. Hans sagt:

    die HWK segelt solange im Windschatten IHK, bis die Existenz beider Vereinigungen
    in den Köpfen der Medienberichterstattung angekommen ist. Bis dann ein Problembewusstein
    in den Köpfen der handelnden Politiker ensteht, sind wir längst Staub.
    Die Öffentlichkeit interessiert das nicht die Bohne. Denn die Themen mit denen sich
    beide Kammern zu Wort melden sind oft so langweilig wie DDR Parolen. Die
    Öffentlichkeit wundert sich höchstens mal warum sich das Handwerk schon wieder
    zu Wort meldet. Dass sich dahinter anmassende Äusserungen einer Funktionärsqlique verbergen,
    die angeblich das Handwerk oder vertreten, ist auch nicht umwerfend schockierend. Ärgerlich
    ist das allemal. Damit wird der Nährboden für die verkommene Selbstdarstellung
    weiter gedüngt. Das begünstigt auch in Zukunft steigende Beiträge.
    Wenn der Medienprotest gegen steigende Strompreise nach 1-2 Tagen abebbt,
    dann kann man sich ungefähr vorstellen, was Kammerfunktionäre über aufmüpfige
    Beitragszahler denken: Nichts! -die lachen sich ins Fäustchen.
    In diesem Sinne:
    Alles zum Wohle des Heizers

    Hans

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

  • Tischlermeister Michael Pramann

  • Bells-Restaurant – Bad Neuenahr

  • Stefan A. Duphorn wer – zu – wem

  • Hier ist noch Platz für Ihr Firmenlogo!

    Hier ist noch Platz für Ihr Firmenlogo!
  • Gernot Weyrich

  • Haustür-Aktion Michael Pramann

%d Bloggern gefällt das: