HWK Cotbus: Unersättliche Kammerbonzen


Und wieder einmal wagt es ein Handwerksmeister sich gegen den Kammermoloch, in diesem Fall die Handwerkskammer Cotbus aufzubegehren. Seit sechs Jahren verweigert Handwerksmeister Michael Möwius die Zahlung des Zusatzbeitrags in Höhe von 1,48%, der übrigens, könnte er sich die Zwangskammer zumindest aussuchen, bei der IHK Potsdam lediglich 0,08 % beträgt.

Ja, ja. Unsere Zwangskammern. Eine, an jeglichen demokratischen Prinzipien fehlende dubiose Organisation. Vergleicht man die Strukturen der DDR-Volkskammer mit denen der Handwerkskammern, so müsste man sich nur nach der guten alten DDR zurücksehnen.

Die DDR wurde in West-BRD auch als DDR-Regime tituliert. Warum? Weil hier Wahlbeteiligungen um die 98 % veröffentlicht wurden. Bei den 53 Handwerkskammern in BRD hingegen wird erst gar nicht gewählt. Die Vollversammlungsmitglieder werden intern „ausgeklüngelt“. Wahlwerbung wird wohl nur intern im „Kämmerlein“  betrieben.

Wer allerdings denkt, die Zwangsmitgliedschaft ist für Ostdeutschland, ehemals DDR, eine Selbstverständlichkeit, der irrt ganz gewaltig.

Erst nach der Wende 1990 durften sich Handwerker, wie auch alle anderen Unternehmer,  in Ostdeutschland zu den Zwangsbeglückten zählen. Der Kammerzwang schwappte wie eine riesige Woge aus dem vermeintlich demokratischen Westdeutschland in den Osten herüber. Denn in Westdeutschland wird Zwang als freiheitssichernd dargestellt. Und unsere Volkstreter stehen fast geschlossen hinter dieser Darstellung. Da fragt man sich wirklich nach der demokratischer Gesinnung unserer sogenannten Parlamentarier . Sträuben sie sich doch bis heute mit Händen und Füssen das Antikorruptionsgesetz zu ratifizieren und stellen die BDR somit auf die Stufe von Staaten wie Sudan,  Tschad, Syrien. Die Affäre Wulff zeigt gerade, wie das „gemeine Volk“ geradezu verar…. Wird. Dies jedoch nur am Rande.

Das hohe Gut der Intransparenz behüten die Kammern wie einen heiligen Gral und verteidigen ihn rücksichtslos mit allen Mitteln. Dazu zählen auch Zwangseintreibungen und mindestens existenzbedrohende, wenn nicht sogar vernichtende Massnahmen.

Selbst ein oberer Kammerfunktionär, Manfred Sather, bis vor kurzem Vizepräsident des baden-württembergischen Handwerkstages, Zitat::„Die Handwerkergemeinschaft müsse den Gesamterfolg über die Durchsetzung von Partikularinteressen “oder die Aufrechterhaltung verkrusteter Organisationsstrukturen” stellen. Die gegenwärtige Struktur ist ist ein Relikt aus vergangener Zeit. Dieser Dualismus, so sein Befund, sei „ein Relikt aus vergangener Zeit“ und habe seine „Berechtigung schon lange verloren“. Wenn das Handwerk eine starke Gemeinschaft bleiben wolle, müsse es sich von diesen „verkrusteten“ Strukturen verabschieden – und obendrein von einem alten, aber lieb gewonnenen Zopf: den „Zwangsmitgliedschaften
in Handwerkskammern“. So wie sich jeder einzelne Betrieb dem Markt stellen müsse, müssten sich Kammern künftig im Wettbewerb um Mitglieder bemühen.

Der Vergleich mit Polen dürfte zumal sehr unpassend sein.

Knut Deutscher, Hauptgeschäftsführer der HWK Cottbus, „Um unsere Aufgaben wie die Ausbildungsaufsicht und die Durchführung von Prüfungen zu erfüllen, müssen alle Handwerker Mitglied sein.“ Ein Blick auf Polen, wo der Kammerzwang 1991 abgeschafft wurde, offenbare die Folgen: „Unsere Partnerkammer in Zielona Góra beklagt, dass sie in der Politik kein Ansehen mehr genießt.“

Dass die Kammern in Polen nun nicht mehr angesehen sind, mag wohl stimmen. Müssen die Kammern doch jetzt wirtschaften und können sich keine langweiligen „Empfänge“ mehr leisten. Den Handwerkern jedoch gefällt die neue Freiheit, die ihm nach westlichem Vorbild jahrelang genommen wurde.

Wo, auf diesem Planeten, existiert sonst noch eine Zwangsmitgliedschaft für Unternehmer?

Zum Bericht   „Märkische Allgemeine“    bitte H I E R  klicken

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Handwerkskammern im Bundestag

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LügenBetrügen – Täuschen – Vertuschen

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Logo Handwerkskammer

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Handwerkskammerpräsidenten: 40.000 EURO extra als “Aufwandsentschädigung” für´s Ehrenamt kassiert  v. 08.12.2012

Niedersachsen: Handwerkskammerpräsident rechnet 7,5 Stunden Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an Beerdigung eigener Sekretärin ab…   v. 12.05.2013

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Die HandwerksKammern in BRD sind weder reformfähig, noch reformwillig. Daher gibt es nur eine Konsequenz: Abschaffung dieser dubiosen Organisationen. Die „verknöcherten“ Köpfe“ fachgerecht „entsorgt“. Wer eine handwerksähnliche Organisation wünscht, bitte auf Freiwilligkeit und nicht auf Kosten von Zwangsmitgliedschaften und auf Kosten der Steuerzahler. Die Selbstverwaltung in BRD hat versagt!

Umgehende Forderung bis dahin:

Absolute Transparenz der Kammern, Offenlegung sämtlicher Gehälter, Rückführung der Kammeraufgaben auf die vom Gesetzgeber übertragenden Aufgaben – also keine Selbsbeweihräucherungsveranstaltungen, Gartenfeste mit lukullischer Bewirtung, etc. mehr – was zur Kostenreduzierung und Beitragsbefreiung führt, die Innungen selbst entscheiden lassen, ob sie sich weiter dem Joch der Handwerkskammern unterziehen wollen, denn in den Innungen wird die tatsächliche Ausbildungsarbeit geleitet, etc ….  Ohne Steuermittelunterstützung und ohne Zwangsmitgliedschaft.

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Comments
One Response to “HWK Cotbus: Unersättliche Kammerbonzen”
  1. Hier mein Leserbrief an die Märkische Allgemeine:
    Sent: Tuesday, March 06, 2012 11:32 AM
    Subject: Kampf gegen den Zwang (Märkische Allgemeine 6. 3. 2012)

    Sehr geehrte Damen und Herren der Märkischen Allgemeinen,
    sehr geehrte Frau Primus,

    herzlichen Dank für Ihren Bericht über Herrn Michael Moewius, welcher sich seit 6 Jahren tapfer gegen die Zwangsbeiträge der Handwerkskammer Cottbus zur Wehr setzt!

    Dass nach der Wende auch allen ostdeutschen Unternehmern vollkommen überflüssiger Kammerzwang aufgebürdet wurde, statt ihn bundesweit endgültig zu verbannen, empfinde ich als eine Schande für Deutschland.

    Als „kostenverursachende Hemmschuhe und Arbeitsplatzbeschaffungsmaßnahme für Funktionäre“, so bezeichneten schon die Wirtschaftsfachleute Günter und Peer Ederer die Zwangsmitgliedschaft in Berufskammern sehr treffend! In ihrem 1995 erschienenen Buch: „Das Erbe der Egoisten“, Seite 373.
    Diese Seite 373 finden Sie übrigens mit folgendem Link im Internet: http://ow.ly/i/xAA/original

    Wenn der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Cottbus nun sagt, er sei von der Zwangsmitgliedschaft „zutiefst überzeugt“, weil sie „zeitgemäß“ wäre, so macht er sich höchstens nur noch total lächerlich!

    Mit besten Grüßen

    Heinrich Vetter
    Strümper Str. 23
    40670 Meerbusch

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