Mehr Freiheit – Dr. Adolf Rasch zum Kammerzwang


Auszug, und mit Genehmigung des Autors Dr. Adolf Rasch, aus dem E-Book „Mehr Freiheit“  zum Thema Kammerzwang.

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Zwangsmitgliedschaft in Kammern

Jedes Unternehmen muss einer Kammer angehören:

die 3 Millionen Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen sind Zwangsmitglieder der 82 deutschen Industrie- und Handelskammern (IHK);
 die Handwerker müssen in die Handwerkskammern;
 die Landwirte haben den Landwirtschaftskammern anzugehören;
 die freien Berufe von den Architekten bis zu den Zahnärzten werden in berufsspezifische Kammern gezwungen.

( Bemerkung KAMMERSPARTAKUS:  Es existieren 327 ( Zwangs-) Kammern in BRD )

Den Kammern wurde ein weites Betätigungsfeld zugewiesen: sie sollen die Interessen der Wirtschaft gegenüber dem Staat vertreten, ihre Mitglieder beraten, berufliche Ausbildung und Weiterbildung betreiben, als Sachverständige tätig sein. Diese Bemühungen haben die Zwangsmitglieder durch Beiträge zu finanzieren, die von den Kammern festgelegt werden. Für große Unternehmen beträgt diese Zwangsgebühr rund 0,2% vom Gewinn, kleinere Unternehmen kommen etwas billiger davon, aber zahlen müssen alle.

Das Bundesverfassungsgericht hat in 2002 entschieden, daß die Zwangsmitgliedschaft rechtmäßig sei, weil die Kammern „…die Vertretung des Gesamtinteresses der gewerblichen Wirtschaft mit der Aufgabe, die Staatsorgane zu beraten“ wahrnehmen. Kann es ein „Gesamtinteresse“ geben, wenn ein Teil der Zwangsmitglieder der Meinung ist, dass ihre Interessen gerade nicht durch die Kammern vertreten werden? Rechtfertigt das Beratungsinteresse von „Staatsorganen“ diese Zwangsausübung?

In einer pluralistischen Gesellschaft gibt es kein „Gesamtinteresse“, weder der gesamten Wirtschaft, noch einzelner Wirtschaftszweige oder Berufsgruppen. Der Kammerzwang beruht auf der Vorstellung einer staatlich administrierten Wirtschaft, die nach politisch vorgegebenen Regeln jene Aufgaben erfüllt, die Obrigkeit und Tradition ihr zugewiesen haben. Wer so denkt, lässt erkennen, dass er die fest gefügte statische Welt des Mittelalters einer wettbewerbsorientierten kapitalistischen Wirtschaft vorzieht. Die Kammern sind die direkten Nachfahren der mittelalterlichen Zünfte und Gilden, die ihren Mitgliedern bis ins Detail vorschrieben, was zu tun und zu lassen ist.

Die Zwangsmitgliedschaft verstößt auf eklatante Weise gegen die Vereinigungsfreiheit, die eine wesentliche Grundlage jeder freiheitlichen Gesellschaft ist. Wir benötigen keine berufsständische Gliederung der Wirtschaft, sondern frei gewählte Interessenvertretungen, die auch in Konkurrenz zueinander um Mitglieder werben.

Meisterzwang im Handwerk

In Deutschland kann man viele handwerkliche Tätigkeiten als selbständiger Unternehmer nur ausüben, wenn man im jeweiligen Beruf die Meisterprüfung vor einer Handwerkskammer bestanden hat. Wenn die Meisterprüfung, poetisch „Großer Befähigungsnachweis“ genannt, nicht die Zulassungsvoraussetzung für die Selbständigkeit im Handwerk wäre, würden sichcirca 300.000 meisterbrieflose Handwerker als Unternehmer betätigen. Das wäre zwar gut für die Verbraucher, aber so viel Wettbewerb kann von den Handwerksfunktionären und ihren Beschützern in der Politik nicht ertragen werden.

„The essence of the power of a trade union is its power to restrict the number who may engage in a particular occupation.“ Milton Friedman

Die Handwerksverbände verhalten sich wie Gewerkschaften, die bestrebt sind, Außenstehende von der Arbeit in ihrem Bereich abzuhalten. Die Handwerkskammern sind sehr erfolgreich beim Aufspüren von selbständigen Handwerkern, denen der magische Meisterbrief fehlt. Diese unerwünschten Konkurrenten werden mit hohen Geldstrafen und Tätigkeitsverboten belegt. Ein Beispiel liefert die IT-Branche, wo es 25.000 Computerhändler ohne „großen Befähigungsnachweis“ gibt. Nur wer Elektro-, Radio-, Fernseh-, Fernmelde- oder Büromaschinenmeister ist, darf einen Computer aufschrauben, um zum Beispiel eine Steckkarte einzubauen oder ihn zu reparieren. Wer gegen diese Bestimmungen verstößt, wird unnachsichtig verfolgt, auch wenn er noch so lange erfolgreich in seinem Beruf tätig war.

Der Meisterzwang hat in Deutschland eine lange Tradition. Er wurde nach dem 2. Weltkrieg von den westlichen Besatzungsmächten abgeschafft, aber bereits 1953 von einer Bundesregierung wieder eingeführt, in der Ludwig Erhard Wirtschaftsminister war. Dieser Politiker trägt die Verantwortung für viele antiliberale Weichenstellungen in der Gründerzeit der BRD, siehe dazu unsere Kapitel über Gewerkschaften und Rente.

Freie Berufe in Unfreiheit

In Deutschland gibt es 850.000 Freiberufler, die zum Beispiel als Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwalt, Sachverständiger, selbständiger Ingenieur, Architekt, Arzt oder Künstler arbeiten. Die freien Berufe sind alles andere als frei. Für ihre Angehörigen ist der Wettbewerb weitgehend aufgehoben worden.

 Staatliche Honorarordnungen verhindern den Preiswettbewerb zu Lasten der Verbraucher. So beträgt zum Beispiel der durchschnittliche Umsatz je Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Deutschland 1,1 Millionen Euro pro Jahr. In Irland hingegen, wo der Staat keine Preise vorgibt, beläuft sich der Umsatz je Steuerberater auf 185.000 Euro und je Wirtschaftsprüfer auf 228.000 Euro.
 Staatliche Zulassungen zur Berufsausübung vermindern die Zahl der Marktteilnehmer und garantieren so eine Monopolrente für die Zugelassenen;
 Staatliche Niederlassungsbeschränkungen schaffen örtliche Monopole;
 Staatliche Werbeverbote verhindern eine Information der Kunden und beschränken deren Wahlfreiheit.
 Staatliche Vorschriften über die zulässige Unternehmensform schränken die Gewerbefreiheit ein.
 Staatliche Gewährung von Exklusivrechten auf die Ausübung bestimmter Tätigkeiten verhindert den Marktzugang für potentielle Wettbewerber. So haben zum Beispiel die Juristen das alleinige Recht auf die Erbringung von 8 Dienstleistungen, zu denen unter anderem die Rechtsberatung und die Vertretung vor Gericht gehören. Nur in sehr wenigen anderen Staaten ist man so wettbewerbsfeindlich. In Finnland zum Beispiel haben die Juristen kein einziges Exklusivrecht.

Die politische Klasse begründet diese Wettbewerbsbeschränkungen mit der Behauptung, das alles sei erforderlich, um die Qualität der freiberuflichen Dienstleistungen sicherzustellen.

Nach dieser Auffassung sind die Verbraucher nicht in der Lage, selbst das Angebot der Freiberufler zu prüfen. Wie gut, dass es Politiker gibt, die uns die schwierigen Entscheidungen abnehmen. Dafür nehmen wir gerne höhere Preise in Kauf. „Most of us, it is said, are … incompetent and we must be protected against our own ignorance. This amounts to saying that we in our capacity as voters must protect ourselves in our capacity as consumers against our own ignorance.“ Milton Friedman.

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Copyright 2005 by Adolf Rasch

Jedermann darf dieses eBook, oder Teile davon, in beliebigen Medien vervielfältigen, verbreiten und öffentlich wiedergeben, so lange er damit keine kommerzielle Absicht verfolgt und als Quelle die Website
http://www.mehr-freiheit.de

nennt.

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Bemerkung KAMMERSPARTAKUS:  Es existieren 327 ( Zwangs-) Kammern in BRD

LügenBetrügen – Täuschen – Vertuschen

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Logo Handwerkskammer

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Handwerkskammerpräsidenten: 40.000 EURO extra als “Aufwandsentschädigung” für´s Ehrenamt kassiert  v. 08.12.2012

Niedersachsen: Handwerkskammerpräsident rechnet 7,5 Stunden Aufwandsentschädigung für die Teilnahme an Beerdigung eigener Sekretärin ab…   v. 12.05.2013

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Die HandwerksKammern in BRD sind weder reformfähig, noch reformwillig. Daher gibt es nur eine Konsequenz: Abschaffung dieser dubiosen Organisationen. Die „verknöcherten“ Köpfe“ fachgerecht „entsorgt“. Wer eine handwerksähnliche Organisation wünscht, bitte auf Freiwilligkeit und nicht auf Kosten von Zwangsmitgliedschaften und auf Kosten der Steuerzahler. Die Selbstverwaltung in BRD hat versagt!

Umgehende Forderung bis dahin:

Absolute Transparenz der Kammern, Offenlegung sämtlicher Gehälter, Rückführung der Kammeraufgaben auf die vom Gesetzgeber übertragenden Aufgaben – also keine Selbsbeweihräucherungsveranstaltungen, Gartenfeste mit lukullischer Bewirtung, etc. mehr – was zur Kostenreduzierung und Beitragsbefreiung führt, die Innungen selbst entscheiden lassen, ob sie sich weiter dem Joch der Handwerkskammern unterziehen wollen, denn in den Innungen wird die tatsächliche Ausbildungsarbeit geleitet, etc ….  Ohne Steuermittelunterstützung und ohne Zwangsmitgliedschaft.

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