Visagist unterliegt vor Verwaltungsgericht dem Kammer-„Syndikat“


Am 23.01.2013 unterlag Sasha Arnold, Visagist und Hairstylist, in einem Prozess vor dem Verwaltungsgericht Göttingen dem „Syndikat“ der Handwerkskammer Hildesheim.

Arnolds Klage bezog sich darauf als Visagist und Hairsylist auch ohne in die Handwerksrolle eingetragen zu sein, Haare schneiden, legen und färben, sowie Dauerwellen und Strähnchen anfertigen zu wollen.

Die Klage verlor Arnold mehr oder weniger Erwartungsgemäß,. Das Landgericht stützte sich dabei auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts.

Die Kuriosität dabei:

Die Handwerkskammer Hildesheim selbst, wirbt in Faltblättern für Visagisten-Kurse, in denen Haareschneiden und -färben als Inhalte der Ausbildung genannt werden.

Arnolds Anwalt Walter Ratzke hingegen hält das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts für eine Fehlentscheidung. „Wörtlich und ungeprüft“ sei die Stellungnahme der Handwerkskammer übernommen worden. Das habe „mit Rechtsstaatlichkeit nichts zu tun“, schimpfte Ratzke und kündigte Rechtsmittel an. Eine Klage beim Bundesverfassungsgericht wurde abgewiesen.

Arnold wurde bereits 2010 in einem Verfahren zu einem Bußgeld in Höhe von 2.500 EURO vor dem Amtsgericht Göttingen verurteilt.weil ihm ein Verstoss gegen das Gesetz zur Bekämpfung der Schwarzarbeit vorgeworfen wurde. Nur weil er weder einen Meistertitel noch in die Handwerksrolle eingetragen war. Obwohl seine Tätigkeiten redlich und ordnungsgemäss beim zuständigen Finanzamt abgeführt wurden.

Eine weitere Kuriosität: Und gerade, was die Handwerksrolle betrifft, die „Heilige Schrift“ des „Handwerkskammer-Syndikats“, die von den Handwerkskammern selbst, gar nicht so sehr respektiert wird. Gerade von der Handwerkskammer Hildesheim kann dies behauptet werden.

Die nächste Kuriosität: Die Handwerkskammer Hildesheim wirbt in Faltblättern für Visagisten-Kurse, in denen Haareschneiden und -färben als Inhalte der Ausbildung genannt werden.

Und eine weitere Kuriositätist, dass sic die Kammern auf höchstrichterliche Entscheidungen berufen. Sind  S I E  es doch, die mehr oder weniger Verfassungsrechtliche Urteile missachten und Hausdurchsuchungen einleiten.

2010/2011 hat das Bundesverfassungsgericht innerhalb von 14 Monaten in über 20 Fällen entschieden, dass Durchsuchungen wegen der Vermutung einer „unerlaubten handwerklichen Tätigkeit“ verfassungswidrig sind.

Es ist mehr als bedauerlich, dass Gerichte immer wieder der Richtungsweisung der Handwerkskammern Folge leisten. Die Handwerkskammern, deren einziges handwerkliches Geschick darin besteht zu  Lügen, zu täuschen und zu vertuschen. Was durch den Handwerkskammerpräsidenten-Skandal in Niedersachsen erneut untermauert wurde. Hier geht es gar so weit, dass das niedersächsische Wirtschaftsministerium unter der Leitung von Jörg Bode (FDP) jegliche Aufklärungsarbeit verhindert. Selbst Landtagsabgeordneten wird jegliche Auskunft, die der Aufklärung dienen verweigert!

Die Handwerkskammern als gesetzlich legalisierte Existenzvernichtungs-Institution.

Die Handwerkskammer Heilbronn rühmt sich unterdessen zwei Gerüstbauunternehmen regelrecht platt gemacht zu haben, indem sie Bußgelder in Höhe von über 554.000 und 863.000 Euro verschicht hat.

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Gottinger Tagelblatt v. 24.01.2013

Klage: Visagist Sascha Arnold ohne Chance

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